Mit Friedl und Hubert nach Abanja

Kategorie: Reiseberichte
Veröffentlicht: Donnerstag, 08. März 2018 13:46
Geschrieben von Edi Schulz
Zugriffe: 222

Nachdem wir wieder Friedl und Hubert als Gäste bei uns haben und das Wetter halbwegs mitspielt, haben wir beschlossen, einen Tagesausflug auf Madagaskar-Festland zu unternehmen. Unser bekannt gutes Restaurant besuchen und zu den Baobabs hinter Ambanja soll es auch gehen.

Geplant war, mit dem Schnellboot von Hell Ville nach Ankify und mit einem Taxi nach Ambanja zu fahren. Mit einem Zwischenstopp im Restaurant "Patricia", dort muss für Mittag reserviert werden. Weiter mit dem Taxi zu den Baobabs, um bei den Dorfbewohnern wieder Baobabfrüchte zur Marmeladenerzeugung zu kaufen. Aber wie fast immer in Madagaskar, soll man nicht zu viel planen, es kommt meist anders als man denkt.

Abfahrt von der Villa Autriche nach dem Frühstück um 07:30 Uhr. Mit unserem Auto geht es nach Hell Ville zum Hafen, dort  parken wir und weiter mit dem Boot nach Ankify. Aus Erfahrung weiß ich, dass alle einen Ausweis für die Überfahrt brauchen. Beza und ich haben unsere Identitätskarten, für Friedl und Hubert habe ich ihren Pass mit dem Visa kopiert.


Beim Einchecken werden die Unterlagen kontrolliert - Okay, alles in Ordnung.

Dann - noch einmal eine Polizeikontrolle, überprüft werden nur die Vazahs, also die Weißen, Friedl,  Hubert und ich. Mit meiner Karte war das kein kein Problem, aber bei Friedl und Hubert gab es ein Problem. Ihre Passkopie ist von der Gemeinde nicht bestätigt. Was sollen wir nun tun? Beza verhandelt und ich wurde immer ungeduldiger.

Ich musste ihr sagen, wie gerne Touristen Madagaskar weiterhin besuchen, wenn sie so schikaniert  werden. Auf der einen Seite sagen die Polizisten die Kopie genügt und sie  ist der Meinung, dass die Kopien bestätigt werden müssen. 2 Polizisten stehen auch dabei, habe beide gefragt, jedoch nur ein Achselzucken erreicht. Wollten sie nicht dagegen reden oder haben sie mich nicht verstanden. Beza erreichte dann doch eine Ausnahme, wir mussten dann erklären, dass wir am Montag zur Gemeinde wegen der Bestätigung fahren. Anschließend durften wir dann doch aufs Boot und die Weiterfahrt konnte in Angriff genommen werden.

Cá. 35 Minuten dauerte die Überfahrt, diesmal bei wirklich glatter See. Im Hafen Ankify machten wir eine kurze Pause Beza organisierte ein Taxi. Das kann nur sie alleine, denn wenn  ein Vazaha dabei ist, wird die Fahrt gleich teurer. Nach kurze Zeit hatte sie wirklich eines geangelt und der Preis hat gepasst. Fahrt nach Ambanja, Restaurant reservieren, weiter zu den Baobabs zurück zum Restaurant,  Mittagessen, dann um ca. 13:30 Uhr Abholung und retour nach Ankify.

a10webAlles ist vereinbart und die Fahrt begann. Die Straße zum Dorf mit den Baobabs ist fürchterlich. Nicht einmal Piste könnte man dazu sagen. Es sind richtige Seen auf der Straße und nicht abzuschätzen wie tief. Keine 10 Minuten dauerte die Fahrt und wieder eine Polizeikontrolle. Unser Fahrer musste mit den Papieren aussteigen und verhandeln. Es dauerte ziemlich lange. Ich wollte mich wieder einmischen, lies es aber doch, sonst hätten wir  eventuell nicht weiterfahren dürfen. Endlich durften wir weiter.  Seine Autopapiere musste er zurücklassen, er besitzt nur eine Fahrterlaubnis für die Strecke zwischen Ankify und Ambanja.

Bald darauf passierte es und wir steckten im Dreck, gleichbedeutend mit anschieben. Zufällig vorbeikommende Fußgänger und sonstige Straßenbenützer halfen tatkräftig mit. Ich konnte nicht einmal aussteigen, da auch meine Türe durch den Schlamm blockiert war. Als sich meine Türe dann öffnen ließ und ich mich hinaus zwängte, verletzte ich mich am Fuß, so dass mir gleich das Blut vom Knöchel rann. Sofort wurde ich medizinisch versorgt, im Malgasy-Style. Von einem Strauch wurde ein Ast und kleine Zweige abgebrochen und mit dem austretenden Saft das Blut gestoppt. Wieder was gelernt, genau den den gleichen Strauch haben wir im Garten.

Die Straße/Piste wurde immer schlechter und wir steckten wieder kurz vor der nächsten Polizeikontrolle. Daher beschlossen wir die Fahrt abzubrechen und umzukehren. Ohne Baobabfrüchte und natürlich gibt es auch keine Baobab-Marmelade.

Auch am Rückweg mussten wir noch einige Male den Karren aus dem Dreck ziehen. Bei so einem Zwangsstopp kam uns ein Motorradfahrer entgegen. Unser Fahrer hatte noch einen Beifahrer mit und beide verhandelten mit dem Motorradfahrer. Dieser holte eine Palatschinke aus der einen Tasche und aus der zweiten einen Gemüseaufstrich mit faschiertem Fleisch. Damit wurde die Palatschinke gefüllt und zu einer Tasche zusammengelegt, so konnte nichts ausrinnen. Natürlich mussten wir es auch probieren. Es schmeckte wirklich gut und zu unserem Erstaunen war alles noch warm. Bei der Rückfahrt bekam unser Fahrer wieder seine Papiere, natürlich musste er sich nochmals eine Predigt anhören.

Nachdem der Besuch bei den Baobab regelrecht in den Dreck gefallen ist, überlegten wir, was wir  sonst noch unternehmen könnten. Der Fahrer schlug vor, mit uns noch ein Stück auf der Straße Richtung Tana zu fahren und eventuell auch Richtung Diego. Gesagt getan - es geht weiter.

a12webLinks und rechts der Straße überflutete Reisfelder. Was an und für sich kein Problem ist, aber einige Hütten standen auch im Wasser. Bei einem kleinen Teich holte sich der Fahrer bei uns die Erlaubnis das Auto waschen zu dürfen, womit wir natürlich einverstanden waren. Wir hatten dafür Zeit um einige Fotos zu schießen. Auch ein Mercedes-Bus mit einem Aufkleber vom FC. Bayern stand dort .Es dauerte nicht lange und der Motorrad fahrende Palatschinkenhändler den wir schon kannten, tauchte auch hier auf.

Dann ging es zurück nach Ambanja auf einen Marktbesuch, so der nächste Vorschlag. Dort waren Friedl und Hubert von den Fahrrad-Bousse-Bousse fasziniert.  Also schlug ich vor, mit den Bousse-Bousse zum Restaurant zu fahren. Unser Fahrer sollte uns dann um ca. 13:30 Uhr wieder abholen um uns uns nach Ankify, also zur Anlegestelle zu bringen. Es klappte ausgezeichnet wir bestellten unser Mittagessen. Natürlich jeder etwas  anderes, um gegenseitig kosten zu können. Ziege in Masalasoße, Fischfilet in Austernsoße, Kalamare in grüner Pfeffersoße, Steak mit Zwiebel und Knoblauch. Dazu Reis und gekochtes Gemüse. Selbstverständlich war nach den ganzen Aufregungen das Bier sehr wichtig, wobei es nicht bei einem blieb. Die Rückfahrt nach Nosy Be verlief dann ohne Probleme, was eigentlich "fad" war.

Zu Hause angekommen wurde sofort der Swimmingpool okkupiert, nicht ohne einem gepflegten Bierchen am Rand des Pools.

Liebe Grüße,  bis zum nächsten Bericht, aus der Villa Autriche

Beza und Edi mit unseren Gästen.

 

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Von Nosy Be nach Diego

Kategorie: Reiseberichte
Veröffentlicht: Mittwoch, 01. November 2017 10:34
Geschrieben von Hüttinger Ernst
Zugriffe: 236

 Liebe Freunde der Villa Autriche.

 Wie versprochen der Reisebericht mit unseren Gästen, Hans, Joe und Didi, von Nosy Be nach Diego Suarez (Antsiranana) im Norden von Madagaskar.

Dass sie am gleichen Tag wie ich in Nosy Be ankamen, habe ich im letzten Bericht schon erwähnt. Also am frühen Montag ging es dann um 6:00 Uhr früh mit der Autofähre von Hell Ville nach Ankify los. Frühstück an Bord, wie wir es schon öfters gemacht hatten. Dadurch gibt es etwas Abwechslung bei der an sonst eintönigen Überfahrt.

 Nach gut 2 Stunden erreichten wir den Hafen von Ankify. Schnell noch ein paar Bananen einkaufen, damit wir eine Wegzehrung haben. Es war vereinbart, dass wir gleich bis Diego durchfahren. Eventuell eine kurze Mittagspause am Weg, so lagen 290 km vor uns. Geschätzte Ankunft in Diego 17:00 Uhr. Teilweise Piste mit Asphaltinseln, die eigentlich den Straßenzustand noch verschlechtern. Ausweichen  auf das Bankett ist die einzige Möglichkeit um nicht in die Asphaltlöcher (Trichter) zu rumpeln. Dadurch werden auch manche Straßenabschnitte um einiges breiter.

 Kurze Pause in Anivorano zum späten Mittagessen. Zebufleisch mit Bohnen und Reis, sowie Mangosalat wird uns aufgetischt. Wir müssen immer gleich bei der Bestellung dazusagen, für jeden eine halbe Portion Reis. Meistens schauen die Servierdamen etwas verwundert, doch die Reisportionen sind wirklich riesig. Für Madagassen gerade richtig, aber für uns  um einiges zu viel. Die Madagassen  essen Reis und etwas dazu. Bei uns ist es umgekehrt.

 Ca 70 km liegen noch vor uns., ich rechne mit 2 Stunden Fahrzeit. Was dann auch fast immer stimmt.

 Um 16:00 Uhr, nach einer Rekordzeit von 7 Stunden, treffen wir in Diego beim Hotel La Rascasse ein. Bevor es noch zur Zimmeraufteilung kommt, müssen wir uns unbedingt mit einem, zwei,.. Bier laben um den Staub hinunter spülen zu können. Beza ruft einstweilen Zakamisy, ihren Neffen und gleichzeitig unseren Guide an, damit wir mit ihm unsere Vorstellungen für die Ausflüge und die Abfahrtszeiten besprechen können. Wir hatten es schon von Nosy Be aus, angekündigt.

 Nächster Tag - Dienstag , 8:00 Uhr, Abfahrt zu den roten Tsingys. 50 km zurück auf der RN 6 (=Route National 6 - Bundesstraße ???). Dann links die Abzweigung zu den Tsingys auf 18km Piste. Man kann es in Madagaskar kaum glauben, dass es noch schlechter werden kann. In der Regenzeit ist es sowieso nicht möglich, dort durchzukommen. Um 11:00 Uhr erreichten wir  ein madagassisches Restaurant, wo das Mittagessen bestellt wird. Dann noch 2 km bis zu den Tsingys.

 Die Tsingys sind Sandstein-Formationen, die durch den Druck, der darüber liegenden Erd- und Sandschichten und dann durch die Wind und Regenerosion entstanden sind. Bei der Betrachtung dieser Landschaft kommt man auf den Gedanken, wie groß und herrlich die Natur ist und wie klein wir Menschen eigentlich sind. Nur schaffen es wir Kleinen, die gesamte Natur zu zerstören.

 Nach einem beeindruckenden Blick auf den Grande Canyon von Madagaskar, geht es zum Restaurant zurück. Vorspeise: halbierte Tomaten gefüllt mit Krabbenfleisch. Hauptspeise : Wildschwein in Soße mit Reis und Tomatensalat mit Mango. Dessert : Bananen

und Dazwischen einige THB (Tree Horses Bier). Am Abend geht es wieder zurück ins Hotel. Nach Dusche und Erfrischung besuchen wir eine madagassische Straßenküche zum Abendimbiss.

 7:30 Uhr am nächsten Morgen, werden wir wieder von Zakamisy abgeholt. Es schlossen sich noch eine Amerikanerin, Elisabeth, und 2 Tiroler, Joe und Rudi an. Unser Gäste hatten sie in der Nacht in einer Diskothek kennen gelernt und erzählt von unserem Bootsausflug nach Nosy Suarez im Ind. Ozean. Da der Platz im Auto beschränkt war, fuhren Joe und Rudi ihren Motorrädern hinter uns nach.

Am Strand von Ramena war der Treffpunkt. Nur Rudi war nicht da. Joe zuckte nur mit den Achseln und hatte keine Ahnung , wo er geblieben ist. Dann fuhr er zurück um ihn zu suchen. Wenig später tauchte er mit Rudi auf, ohne 2. Maschine. Er hatte einen Patschen und das Motorrad steht in der Wildnis. Für Zakamisy kein Problem. Er verlangte von ihm den Schlüssel und seinen knitterfreien Hut. Am Abend, als wir zurück kamen, war wieder alles in Ordnung.

Mit einer Boutry (einheimisches Segelboot) ging die Fahrt los. Zuerst kurze Zeit mit dem Außenborder, dann wurde das Segel gesetzt. Der Großbaum mit dem Dreiecksegel wurde am Baum hochgezogen, nach einer Minute war es erledigt. Es ging flott dahin, bald erreichten wir die Ausfahrt der Bucht von Diego. Im offenen Meer kam auch bald unsere Insel in Sicht. Wir landeten an einem herrlich weißen Sandstrand. Durch das reflektierte Sonnenlicht schmerzten anfangs die Augen. Eine Insel zum faulenzen Elisabeth und Beza ließen sich schminken.

Mittag gab es gegrillten Fisch, nur es war keiner da. Wie bei unserem letzten Besuch wurden die Fische erst harpuniert und nachgebracht. Frischer kann man Fisch nicht mehr essen. Der Tag verging im Flug und um 15:00 Uhr wurde wieder aufgebrochen und Fahrt ging zurück. Am Strand von Ramena kam uns schon Zakamisy mit erhobenen Daumen entgegen. Das Motorrad von Rudi war wieder in Ordnung.

Für Donnerstag wurde die Abfahrtszeit für 6:00 Uhr morgens festgelegt. Ohne Pause bis Ankify. Als Zwischenmahlzeiten gab es Bananen und Wasser. Vielleicht schaffen wir es, die Fähre zu erreichen, oder Hans, Joe und Didi nehmen ein Schnellboot nach Hell Ville. Sie wollten am Abend unbedingt zurück sein, damit sie in der Disco von Ambataloaka ihre überschüssigen Kräfte loswerden können.

Tatsächlich schafften wir es bis 12.10 Uhr und eine Fähre lag auch noch da. Beza hat verhandelt, damit wir mitfahren können. Mitgeteilt wurde uns, dass wir eine Stunde warten müssen, da das Auto noch unterwegs ist. Also haben wir eine Stunde gewartet, nur wurden mehr als 2 Stunden daraus .  In der Zwischenzeit durften wir an Bord fahren. Dann wurden noch Säcke mit Holzkohle verladen. Damit hinten für das zweite Auto Platz bleibt, wurden die Säcke rechts und links von unserem Auto hingelegt. Aussteigen nur mehr durch das Fenster möglich. Endlich tauchte das Auto auf und wir konnten um 14:30 Uhr ablegen. Normalerweise wird um 14:00 Uhr der Fährbetrieb, wegen der stärkeren Wellen am Nachmittag, eingestellt.

Bei den ersten höheren Wellen wurde der Kurs geändert, sodass wir östlich von Nosy Komba vorbei fuhren, was natürlich die Fahrt verlängert. Ankunft im Hafen von Hell Ville nach 18:00 Uhr. Das bedeutet, etwas mehr als 6 Stunden Autofahrt und fast 4 Stunden im Auto eingesperrt. Da haben uns dann schon die Knochen um etwas Bewegung gebeten. Doch mussten wir noch durchhalten bis die Säcke abgeladen waren und wir aus dem Auto raus und von der Fähre runter konnten.

Aber das Beste kommt noch. Bei der Hafenausfahrt war das Tor bereits geschlossen. Erklärt wurde uns, wenn wir nach 18:00 Uhr hinaus wollen, müssen wir bezahlen. Es war nicht unsere Schuld, der Wind zwang uns zu dem Umweg. Beza verhandelte bis ich zornig wurde und mit der Polizei drohte, soweit konnte ich mich verständlich machen, ich hielt ihm 1.000 Ariary hin (ca. 30 Cent) . Ob die Polizeidrohung allein genützt hätte, weiß ich nicht. Er schaute zweifelnd den Geldschein an und wollte mehr. Doch hat im anscheinend mein Gesichtsausdruck nicht gefallen und er hat doch das Tor geöffnet.

 Am Abend war es dann doch geschafft, die Burschen in der Disco, Beza und ich bei unserem Donnerstag-Abend-Treffen beim Bibi und einer Thunfisch-Pizza und THB.

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Auf nach Kirindy

Kategorie: Reiseberichte
Veröffentlicht: Mittwoch, 25. Oktober 2017 18:48
Geschrieben von Hüttinger Ernst
Zugriffe: 216

2. Teil zu Morondava - bei den Baobabs


Kirindy ist eine Forschungsstation für Primaten, wird auch: "Trockenwald von Kirindy genannt". Er machte uns gleich darauf aufmerksam, dass wir ca. 50 km Piste vor uns haben und weitere 5 km  von der Abzweigung bis zur Station. Wenn Abenteurer, so wie wir, unterwegs sind,  kann uns niemand zurück halten.

Die Bezeichnung Piste war nicht übertrieben, aber die letzten 5 km hatten es dann doch in sich. Die Piste, der Weg oder Pfad, oder wie man sonst noch dazu sagen könnte, hatte gerade  eine Autobreite, nicht mehr. Links und rechts dichtes Buschwerk, das durch die geöffneten Fenster hereinschlug. Jede Menge Schlammlöcher unbekannter Tiefe, aber wir mussten durch. Am Ende war es dann gewiss, wir schafften es.

Bei der Ankunft in der Station hörten wir gerade noch "Dalla Dalla"  von den madagassischen Mitarbeitern, was soviel bedeutet wie "Deppert". Den Weg hierher betrachtet, hatten sie irgend wie recht.

Aber wir wurden doch sehr freundlich aufgenommen und dann wurde uns auch erklärt, was wir unternehmen können. Es war natürlich Eintritt zu bezahlen, einen Führer zu mieten und Essen konnten wir auch gleich bestellen, welches wir dann nach dem Rundgang, einnehmen konnten.

Da wir einen Führer mit hatten und er dort bekannt war, durften wir mit ihm einen Rundgang durch den Wald machen. Er war wirklich kompetent erklärte uns sehr viel und wusste auch, wo die Sifakas (Lemurenart) zu finden waren.
Nach gut  1 ½  Stunden trafen wir wieder auf der Station ein. Ich glaube die kalten Getränke haben noch nie so gut geschmeckt, wie dort.

Der Stationschef  war dann sehr zuvorkommend, oder hatte er nur Mitleid mit uns. Auf alle Fälle brauchten wir nur für 2  Personen Eintritt zu bezahlen, für unseren Führer nichts, und beim Essen hatte er auch einiges nachgelassen.

Bevor wir die Rückfahrt zur Cameltrophy antraten, machte ich eine Runde ums Auto. Es sah etwas anders aus wie gewohnt. Die vordere Schürzenverkleidung mit samt dem Kennzeichen war weg. Wir haben kurz mit dem Gedanken gespielt, dass wir es bei der Rückfahrt finden würden, aber gefunden haben wir nichts. Wir kamen bis Morondava durch, 156 km, in 6 Stunden und 15 Minuten.

Mit unserem Guide tranken wir noch ein, zwei…. Bier und wollten mit ihm abrechnen. Da er für einen halben Tag 50.000 Ariary verlangt hat wird er sicher um einiges mehr fordern. Beza sprach mit ihm und er blieb bei seinen ausgemachten 50.000. Natürlich hat er dann von uns das doppelte bekommen, die Leistung hat auch gepasst.

Wir nahmen noch einmal das Hotel Trecicogne in Anspruch und beschlossen am nächsten Tag bereits um 6:00 Uhr aufzubrechen.

Start war um 5:50 Uhr ohne Frühstück. Die Küche war noch geschlossen und für das Zimmer hatten wir schon Abend bezahlt. Wir wollten unterwegs frühstücken und gemütlich  in das 508 km entfernte Antsirabe fahren. Einige Kilometer nach Miandravizo blieben wir am Straßenrand stehen und picknickten. Dann Start und weiter, doch nichts geschah beim starten. Der Starter machte kurz „grrr“ aus. Wir standen bergauf  und ich ließ das Auto kurz zurückrollen. Zündung ein, Retourgang ein, Kupplung kommen lassen und wir fuhren wieder. Nach einigen Kilometern merkte ich, kein Tacho, kein Drehzahlmesser kein Strom - wir fuhren nur mit der Batterie. Also umdrehen und zurück nach Miandravizo und auf eine Garage  hoffen, jede Werkstatt wird hier Garage genannt. Vor der Ortseinfahrt war eine Polizeikontrolle und dort fragte Beza, wo es einen Garage gibt, die sich mit der Elektrik auskennt. Der Weg wurde uns beschrieben  und wir fanden sie tatsächlich.

Kaum angekommen und der Motor schweigt. Händisch einparken. Dann eine kurze Kontrolle und der Fehler ist gefunden, die Lichtmaschine streikt. Aber kein Problem für Madagassen, die Daumen nach oben und die Lichtmaschine wird zerlegt, aber total, bei mir sträubten sich die Nackenhaare.

Warten ist angesagt. Nach 2 Stunden beschlossen wir, essen zu gehen und dann gleich Hotelzimmer organisieren. Bis Antsirabe sind es noch 230 km, davon ca. 20 km auf einer Straße die nur von Löchern zusammen gehalten wird. Bis 14:00 Uhr werden wir noch warten, dann heißt es hier übernachten.

Endlich wird doch die Lichtmaschine zusammen gebaut. Die Mechaniker sind zuversichtlich, ich weniger. Doch der erste Startversuch klappt. Die Daumen zeigen nach oben. Wir zahlen noch den unverschämten Preis für 5 Stunden bangen Wartens, samt Trinkgeld  80.000,- Ariary  (ca. .23,- € ). Aufsitzen und los geht es bis nach Antsirabe, wo wir in unserem Hotel um 19.00 Uhr eintrafen.

In Antsirabe hatten wir uns vorgenommen, am Morgen die Werkstatt aufzusuchen, wo die Miniaturfahrzeuge aus alten Blechdosen gebaut werden. Wir fanden sie auch und kauften einige Blechmodelle. Dann hieß es wieder Abschied zu nehmen und die Fahrt über Tana nach Maevatanana anzutreten. Am Straßenrand sehr viele Verkaufsstände mit Gemüse, Weintrauben, Holzautos, Steinfiguren. Überall kurzer Aufenthalt um etwas einzukaufen.

Weiter nach Tana und die Umfahrung nach Ivato finden, um dort nach  Maevatanana abzubiegen. Dieses Mal hatten wir einen Wochentag und für die ca. 10 km brauchten wir mehr als einen Stunde. Endlich waren wir bei der Abzweigung nach Meavatanana, nun lagen nur noch knappe 300 km vor uns. Wir rechneten mit ca. 6 Stunden Fahrzeit. Eine bergige Strecke und zeitweise Regen.

Nach 5 Stunden und 50 Minuten erreichten wir uns Etappenziel um 18 Uhr. Etwas geschlaucht, aber glücklich aßen wir eine Kleinigkeit - Nachtruhe.

Nächsten Tag, 6 Uhr Frühstück, Abfahrt 6.40 Uhr, rund 55o km vor uns. Bei der Herfahrt hatten wir 9 Stunden gebraucht. Kurze Rechnung  6.40 Abfahrt plus 9 Std. = Ankunft ca. 17 Uhr. Also noch bei Tageslicht in Ambanja. Fähre für nächsten Tag bestellen und Übernachten, dann haben wir es geschafft.

Aber nicht in Madagaskar! Lange waren wir schon unterwegs, als Beza einen Halt brauchte. Also an den Straßenrand und weiter geht es. Es war wieder einmal gut , dass wir bergab standen. Dem Starter war nur das uns schon bekannte  „grr“ zu entlocken. Also, Auto anlaufen lassen, Gang rein, Zündung, Kupplung und der Motor schnurrte wieder. Mein Gefühl will ich gar nicht beschreiben, als die Armaturenlichter flackerten. Nur nicht daran denken und cool weiterfahren. Noch 70 km bis zur nächsten größeren Stadt.

Und wir kamen bis Ampondrona, wieder zu einer „Garage“, es war eine eine Einmann-Garage. Kurze Messung, die Kohlen der Lichtmaschine sind die Ursache. Wie gehabt, wieder alles zerlegt, nur die Lichtmaschine blieb ganz. Warten, was sonst?

Daneben wartete ein junges Paar mit 3 Kindern auf ein Taxybrousse. Margit gab den Kindern Weintrauben und sie schauten sie groß an. Sicherlich hatten sie so etwas noch nicht gegessen. Aber freudestrahlend wurde dann eine Traube nach der anderen gegessen.

Optimistisch, wie die meisten Madagassen sind, zeigte der „Mechaniker“ 3 ½ Stunden später, mit dem Daumen nach oben und baute wieder alles zusammen. Es funktionierte, es ging weiter nach Antsohy, in den Bergen war wieder starker Regen, aber um 20 Uhr trafen wir in Ambanja ein, wir hatten es geschafft.

Am nächsten Tag mit der Fähre von Ankify nach Hell Ville und Mittags wurden wir bei Toni und Lala zum Essen eingeladen.
 
Bis zum nächsten Abenteuer
Margit, Beza und Edi

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Reise nach Anivorano - 3

Kategorie: Reiseberichte
Veröffentlicht: Donnerstag, 30. März 2017 11:07
Zugriffe: 689
Tsingy und Autoreparatur

Es war bereits Dienstag 8:00 Uhr und wir warteten, Zagamisy hatte versprochen wieder pünktlich zu kommen. Er kommt nach madagassischer Pünktlichkeit, kurz vor 9:00 Uhr. Also doch noch 8 und etwas dazu.

Meine Freunde hatte ich bereits auf Erkundung  in die Stadt geschickt und vereinbart, dass wir in telefonischer Verbindung bleiben, ich wusste nicht wie lange die Reparatur noch dauern wird. Zagamisy kommt endlich und wir starten zu unserem Auto und holen den kaputten Teil. Ich denke noch, wir haben weder eine Fahrgestell-, Motor- oder Ersatzteilnummer. Bin neugierig, wie lange wir unterwegs sein werden oder eventuell auch bestellen müssen.

Nicht in Madagaskar, es klappt schon beim ersten Anlauf. Ein Blick auf  den kaputten Teil, ein  Griff hinter ihm zu einer Schachtel,  den Ersatzteil heraus und er wird begutachtet und verglichen, für richtig befunden, bezahlt und zum Mechaniker gebracht, nochmals verglichen und eingebaut. Die Ventilluft eingestellt, zusammen gebaut und gestartet. Gleich beim ersten Start springt der Motor an.  Der geht Daumen hoch, es ist alles okay.

Wenn euch der Preis interessiert, ich habe 270.000,- Ariary Gesamtkosten mit Trinkgeld für die Burschen , die behilflich waren. Das sind umgerechnet  ca. 80 .- € . Um 11:00 Uhr sind wir wieder beim Hotel, treffen mit unseren Freunden zusammen und treten die Rückfahrt an.

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Reise nach Anivorano - 4

Kategorie: Reiseberichte
Veröffentlicht: Donnerstag, 30. März 2017 11:42
Zugriffe: 718
Rückfahrt

Nachdem das Auto wieder läuft, brechen wir um 11:20 Uhr nach Ambilobe auf. Bis Anivorano sind es 52 km, die wir in der unglaublichen Zeit von 2 Std. 20 schaffen. Dann nochmals 61km bis Ambilobe. Ab Anivorano ist die Straße wieder "besser" und wir brauchen nur 1Std 50.

In Ambilobe müssen wir uns entscheiden. Bleiben, übernachten und versuchen nächsten Tag 30 km nach Bobakindro, auf der Straßen nach Vohemar zufahren, um den Jungen mit seinem Rollstuhl zu besuchen. Doch davon wurde uns abgeraten, diese Straße ist in sehr miesem Zustand. Jetzt mussten wir entscheiden,  hier zu übernachten oder die restlichen 110 km nach Ambanja auf uns zu nehmen. Da es aber bereits 14:45 Uhr war und es bereits um 18:00 Uhr schon dämmert, fiel es uns leicht, in Ambilobe zu übernachten.

Weiterlesen: Reise nach Anivorano - 4

Reise nach Anivorano - 2

Kategorie: Reiseberichte
Veröffentlicht: Donnerstag, 30. März 2017 10:26
Zugriffe: 669
Am Weg zum Grand Canyon

Nach dem eindrucksvollem Besuch bei der Krokodilfütterung, die uns sicher lange in Erinnerung bleiben wird, geht es weiter nach Diego mit Zwischenstopp bei den roten Tsingys. Ca. 27 km  ist es bis zur Abzweigung und dann sollen es noch 18 km auf einer Piste sein.

Wie immer, so ist es geplant  und ebenfalls wie immer, es bleibt nicht bei der Planung.

Nach einigen Kilometern höre ich ein leises klingeln vom Motor und ich muss etwas hochtouriger fahren, um Schalten zu können. Deshalb schlage ich vor, dass wir gleich nach Diego fahren und am Rückweg die Tsingys besuchen. Der Vorschlag wird von meinen Begleitern angenommen und wir fahren direkt nach Diego (Antsiranana). Beza hat überall Familie, so gibt es auch in Diego einen Neffen, der sich mit Motoren auskennt und dementsprechende Freunde hat, die uns sicher auch noch weiter helfen.

Nach 99 km und 2 Stunden Fahrzeit, auf einer Straße, die am ehesten einer Hochschaubahn gleicht, erreichen wir unser Hotel "La Rascasse" in Diego. Beza setzt sich sogleich mit ihrem Neffen Zagamisy in Verbindung. Nach vergangener Anstrengung, verwöhnen wir uns mit einem, zwei, ... Bierchen.  Bald darauf erscheint Zagamisy. Zu Begrüßung gibt es natürlich noch ein Bier.

Weiterlesen: Reise nach Anivorano - 2

Andilana Beach Resort

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Andilana Beach Resort - Selbstverständlich ist das nicht unsere Anlage, das Webcambild soll in erster Linie der Wetterbeobachtung dienen, sie ist ziemlich genau 14,5km nördlich von uns, was auch der nördlichste Punkt von Nosy Be ist. Das ist die einzige Webcam in der Nähe, die stabil online ist. Mit "neu laden" das Bild aktualisieren, es gibt neue Bilder im Minutentakt.


Webcams auf Reunion
Hotel Boucan Canot

St. Denis

Mauritius
Petit Raffray

 

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